OnlyFans Steuern in Deutschland: Der Guide für Creatorinnen 2026
OnlyFans Einnahmen sind in Deutschland in voller Höhe steuerpflichtig. Das gilt für Abos, Tips und Pay per View gleichermaßen. Steuerlich gelten sie in der Regel als gewerbliche Einkünfte, deshalb meldest du ein Gewerbe an und füllst den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus. Einkommensteuer fällt an, sobald dein zu versteuerndes Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt, 2026 sind das 12.348 Euro. Bei der Umsatzsteuer kannst du die Kleinunternehmerregelung nach Paragraf 19 UStG nutzen, wenn dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 Euro und im laufenden Jahr unter 100.000 Euro bleibt. Gewerbesteuer wird erst ab 24.500 Euro Gewerbeertrag relevant. Seit 2023 melden Plattformen deine Umsätze über die DAC7 Richtlinie automatisch an das Finanzamt, undeklarierte Einnahmen fliegen also auf. Dieser Text ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung oder Steuerberatung.
Wer mit OnlyFans Geld verdient, betreibt aus Sicht des deutschen Steuerrechts ein Business, mit allen Pflichten, die dazugehören. Die gute Nachricht: Die Regeln sind klar, und mit den richtigen Strukturen ist das Thema schnell beherrschbar. Dieser Leitfaden ordnet die fünf wichtigsten Bausteine ein.
Dieser Text ist eine fachliche Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung oder Steuerberatung. Für deinen konkreten Fall sprich bitte mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.
Sind OnlyFans Einnahmen in Deutschland steuerpflichtig?
Kurz: ja, vollständig. Jede Auszahlung von OnlyFans zählt, Abo Erlöse, Tips, Pay per View Nachrichten und bezahlter Custom Content. Es spielt keine Rolle, ob du das hauptberuflich machst oder nebenbei zum Studium. Steuerlich werden diese Einnahmen in aller Regel als Einkünfte aus Gewerbebetrieb behandelt, weil die Tätigkeit selbstständig, nachhaltig und mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt wird.
Entscheidend für die tatsächliche Steuerlast ist dein zu versteuerndes Einkommen über alle Einkunftsarten hinweg. Liegt es unter dem Grundfreibetrag, fällt keine Einkommensteuer an. Der Grundfreibetrag beträgt 12.096 Euro (Grundfreibetrag 2025 für Alleinstehende) und steigt auf 12.348 Euro (Grundfreibetrag 2026 für Alleinstehende). Bei Zusammenveranlagung gilt jeweils der doppelte Betrag. Alles darüber wird nach dem progressiven Einkommensteuertarif besteuert.
Wichtig: Versteuert wird der Gewinn, nicht der Umsatz. Von deinen Einnahmen ziehst du die Betriebsausgaben ab, dazu später mehr.
Muss ich für OnlyFans ein Gewerbe anmelden?
In den allermeisten Fällen lautet die Antwort ja. Sobald du regelmäßig kostenpflichtige Inhalte anbietest, erfüllst du die Merkmale einer gewerblichen Tätigkeit nach Paragraf 15 EStG. Du meldest dann ein Gewerbe beim örtlichen Gewerbeamt an. Das ist unkompliziert und kostet je nach Kommune üblicherweise nur eine geringe Verwaltungsgebühr im niedrigen zweistelligen Bereich.
Nach der Gewerbeanmeldung schickt dir das Finanzamt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, heute meist über ELSTER. Darin gibst du deine Tätigkeit, die geschätzten Einnahmen und deine Entscheidung zur Kleinunternehmerregelung an. Aus diesem Fragebogen erhältst du auch deine Steuernummer.
Was ist der Unterschied zwischen Gewerbe und Freiberuflichkeit?
Freiberufliche Tätigkeiten, etwa künstlerisch oder schriftstellerisch, sind von der Gewerbesteuer befreit und brauchen keine Gewerbeanmeldung. Ob deine OnlyFans Tätigkeit als künstlerisch durchgeht, ist eine Einzelfallfrage und in der Praxis selten eindeutig. Verlasse dich hier nicht auf Bauchgefühl. Das ist genau der Punkt, an dem eine Steuerberatung Geld und Ärger spart.
Wie funktioniert die Umsatzsteuer und die Kleinunternehmerregelung?
Neben der Einkommensteuer ist die Umsatzsteuer der zweite große Block. Hier hast du eine Wahl: die Kleinunternehmerregelung nach Paragraf 19 UStG oder die Regelbesteuerung.
Seit dem 1. Januar 2025 gelten neue, höhere Grenzen. Du giltst als Kleinunternehmerin, wenn dein Gesamtumsatz 25.000 Euro (Umsatzgrenze Vorjahr, seit 2025) im Vorjahr nicht überschritten hat und im laufenden Jahr unter 100.000 Euro (Umsatzgrenze laufendes Jahr, seit 2025) bleibt. Die IHK Region Stuttgart fasst die Neuregelung so zusammen:
"Kleinunternehmer müssen keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen; im Gegenzug können sie aber auch keine Vorsteuer geltend machen." Finanzämter des Landes Nordrhein Westfalen
Neu seit 2025: Wird die Grenze von 100.000 Euro unterjährig gerissen, fällst du ab diesem Zeitpunkt in die Regelbesteuerung. Die frühere Umsatzprognose entfällt.
Was hat es mit Reverse Charge bei OnlyFans auf sich?
OnlyFans ist eine ausländische Plattform. Dadurch greift für deine Leistungen an die Plattform häufig das Reverse Charge Verfahren, bei dem die Steuerschuld auf den Leistungsempfänger übergeht. Das ist in Deutschland nicht der Normalfall und sorgt regelmäßig für Verwirrung. Praktischer Rat: Informiere dein Finanzamt aktiv über deine Plattform Tätigkeit und lass dir die korrekte umsatzsteuerliche Behandlung bestätigen. Je nach Status, Kleinunternehmer oder Regelbesteuerung, und Auslandsbezug können unterschiedliche Pflichten gelten, inklusive der Frage, ob du eine USt IdNr. brauchst.
Wann zahle ich Gewerbesteuer?
Die dritte Steuerart ist die Gewerbesteuer. Sie trifft dich erst, wenn dein Gewerbeertrag eine Schwelle überschreitet. Für Einzelunternehmerinnen und Personengesellschaften gilt ein Freibetrag von 24.500 Euro (Gewerbesteuer Freibetrag für Einzelunternehmen) pro Jahr. Erst der Gewinn oberhalb dieses Betrags wird mit Gewerbesteuer belegt. In der Startphase bleiben viele Creatorinnen darunter und zahlen damit zunächst gar keine Gewerbesteuer. Die gezahlte Gewerbesteuer wird zudem teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet, sodass die effektive Doppelbelastung für kleine Betriebe begrenzt ist.
Was ist DAC7 und was bedeutet die Meldepflicht für mich?
Viele unterschätzen, wie transparent ihre Umsätze inzwischen sind. Die EU Richtlinie DAC7, in Deutschland umgesetzt im Plattformen Steuertransparenzgesetz (PStTG), verpflichtet digitale Plattformen, die Umsätze ihrer Nutzer an die Finanzbehörden zu melden. Das Bundeszentralamt für Steuern erhält Name, Adresse und Umsatzdaten und gleicht sie ab.
Die Meldung greift, sobald du auf einer Plattform mehr als 30 (Transaktionen pro Jahr, Meldeschwelle) Transaktionen oder über 2.000 Euro (Einnahmen pro Plattform und Jahr, Meldeschwelle) Einnahmen pro Jahr erreichst. Für aktive OnlyFans Creatorinnen ist mindestens eine dieser Schwellen praktisch immer erfüllt. Das BZSt betreibt das Verfahren seit 2023 als laufenden Datenaustausch.
Konsequenz: Das Finanzamt kennt deine Einnahmen ohnehin. Wer Umsätze nicht oder unvollständig deklariert, riskiert Nachzahlungen, Zinsen und im Ernstfall ein Steuerstrafverfahren. Saubere Deklaration ist also nicht nur Pflicht, sondern auch der ruhigere Weg.
Welche Aufzeichnungspflichten und Aufbewahrungspflichten habe ich?
Als Gewerbetreibende mit üblichem Umsatzniveau ermittelst du deinen Gewinn meist über die Einnahmen Überschuss Rechnung (EÜR). Dafür dokumentierst du:
- Einnahmen. OnlyFans Auszahlungen, Tips, PPV, Custom Content, Erlöse von Nebenplattformen.
- Betriebsausgaben. Equipment, Software und Tools, anteilige Internetkosten und Telefonkosten, Reisekosten und Shootingkosten, Agenturgebühren.
- Belege. Rechnungen, Plattformreports, Kontoauszüge, Verträge.
Führe die Aufzeichnungen vollständig und laufend, nicht erst zum Jahresende. Geschäftsunterlagen und Belege bewahrst du über die gesetzlichen Fristen von mehreren Jahren auf. Ein praktischer Tipp aus der Agenturpraxis: Trenne ein separates Geschäftskonto vom privaten Konto. Das macht die Buchhaltung sauberer, erleichtert die EÜR und schützt dich, falls das Finanzamt einmal genauer hinschaut.
Wie behalte ich als Creatorin den Überblick?
Die Steuerthemen wirken auf den ersten Blick einschüchternd, sind in der Praxis aber ein lösbarer Prozess: Gewerbe anmelden, Fragebogen ausfüllen, Status zur Umsatzsteuer wählen, sauber aufzeichnen, fristgerecht erklären. Genau diese Routine baut Five mit ihren Creatorinnen auf, inklusive der Anbindung an eine spezialisierte Steuerberatung, die OnlyFans Fälle und den DAC7 Kontext kennt. So bleibst du compliant, ohne dass Steuern dein kreatives Business ausbremsen.
Noch einmal zur Sicherheit: Dieser Leitfaden gibt einen Überblick und keine individuelle Beratung. Steuerrecht ist Einzelfall. Lass deine konkrete Situation fachlich prüfen.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich OnlyFans Einnahmen in Deutschland versteuern?
Ja. Alle Einnahmen aus OnlyFans, also Abos, Tips, Pay per View und Custom Content, sind steuerpflichtig, unabhängig davon, ob du das hauptberuflich oder nebenberuflich machst. Eine Steuer fällt aber erst an, wenn dein zu versteuerndes Gesamteinkommen den Grundfreibetrag übersteigt.
Brauche ich für OnlyFans eine Gewerbeanmeldung?
In den allermeisten Fällen ja. Wer kostenpflichtige Inhalte regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht anbietet, übt eine gewerbliche Tätigkeit aus und meldet ein Gewerbe beim Gewerbeamt an. Die Anmeldung kostet meist nur 30 bis 40 Euro.
Was ist die Kleinunternehmerregelung und lohnt sie sich für mich?
Sie befreit dich von der Umsatzsteuer, wenn dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 Euro und im laufenden Jahr unter 100.000 Euro liegt. Du weist dann keine Umsatzsteuer aus, kannst aber auch keine Vorsteuer ziehen. Für Creatorinnen am Anfang oft die einfachste Variante.
Wie funktioniert das Reverse Charge Verfahren bei OnlyFans?
OnlyFans sitzt im EU Ausland, weshalb umsatzsteuerlich oft das Reverse Charge Prinzip greift. Das ist in Deutschland nicht der Standardfall. Informiere dein Finanzamt aktiv über deine Plattform Tätigkeit und lass dir die korrekte Behandlung bestätigen.
Was bedeutet DAC7 für OnlyFans Creatorinnen?
DAC7 ist eine EU Richtlinie, in Deutschland umgesetzt im Plattformen Steuertransparenzgesetz. Plattformen melden seit 2023 die Umsätze ihrer Nutzer an die Finanzbehörden, sobald mehr als 30 Transaktionen oder über 2.000 Euro Einnahmen im Jahr erreicht werden.
Ab welchem Gewinn zahle ich Gewerbesteuer mit OnlyFans?
Für Einzelunternehmerinnen gibt es einen Freibetrag von 24.500 Euro Gewerbeertrag pro Jahr. Erst was darüber liegt, wird mit Gewerbesteuer belegt. Viele Creatorinnen bleiben in der Anfangsphase darunter.
Welche Unterlagen und Aufzeichnungen muss ich aufbewahren?
Führe eine vollständige Einnahmen Überschuss Rechnung: alle Auszahlungen, Tips und Betriebsausgaben wie Equipment, Software und anteilige Internetkosten. Belege bewahrst du grundsätzlich mehrere Jahre auf.
Wie schütze ich meine Privatsphäre gegenüber dem Finanzamt?
Steuerlich musst du deine Einnahmen korrekt deklarieren, zumal die Plattform via DAC7 ohnehin meldet. Anonymität gegenüber Fans und gegenüber dem Finanzamt sind zwei verschiedene Dinge. Eine erfahrene Steuerberatung hilft, compliant zu bleiben, ohne unnötig Daten preiszugeben.
Willst du Steuern nicht allein regeln?
Five verbindet dich mit einer spezialisierten Steuerberatung und hält deine Buchhaltung sauber, damit Steuern dein Business nicht ausbremsen.
Gespräch mit Five buchen